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Freie Radikale – Die neue Partei in unserem Körper – Doc Wassmuth und das ewige Leben Teil 3

19. November 2017 | Tags: Artikel und Studien, Burnout, Orthomolekulare Medizin

Bitte beachten Sie

Ich habe einige außergewöhnliche Behandlungsansätze, die sich nicht in Büchern wiederfinden. Diese sind meist konsequent weitergedachte schulmedizinische Betrachtungsweisen. Um mich und meine Arbeit besser kennenzulernen, stelle ich diese hier dar. Ich diskutiere diese gerne mit Ihnen und stelle etwas pointiert dar, um zum Austausch anzuregen. Dieser Blog ist weder Ausbildung, noch zum Nachahmen gedacht und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Therapie. Aber vielleicht lachen Sie. Und dann vielleicht doch.

Heute geht es noch einmal um einfache Maßnahmen, die unser Leben nicht nur verlängern, sondern auch frei von Krankheiten halten. Das wichtigste Organ, das geschützt werden soll, ist hierbei unser Gehirn. Daher sind diese Maßnahmen auch dafür gut, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu verbessern und damit dem Burnout vorzubeugen. Beim nächsten Mal wird es wieder mehr um Therapie gehen, sonst wird das hier zu einseitig. Wie ich immer sage: Die Medizin ist dafür da, die Schäden zu beseitigen, die durch gute Psychotherapie gar nicht erst aufgetreten wären. Prävention vor Operation. Ist mir selbst eingefallen! Kopf-Prävention gibt es übrigens schon, seit sich der erste Affe eine Kokosnusshälfte auf den Kopf gesetzt hat. Seitdem besteht eine lange Tradition des Schutzes unseres wichtigsten Organs, von den Römern bis zu Motorradfahrern. Ich fragen mich an dieser Stelle immer, was wohl so ein Helm sagen würde, wenn man den fragt? „Ich soll genau das Gehirn schützen, das auf die Idee kam, mit 240 Sachen im Dunkeln über die Landstrasse zu fahren?“ Oder: „Wie war das? Ich bin dafür da, falls der Fallschirm nicht aufgeht? Und was soll ich dann genau machen?“ Also doch lieber die Prävention.

Wir haben in den letzten Artikeln schon einiges über das Alter gelernt. Altern wäre zum Beispiel gar nicht nötig, wenn nicht immer wieder Zellen kaputt gehen würden. Die Frage sollte sein, warum diese Zellen geschädigt werden und nicht länger halten. Und hierbei stolpern wir über die freien Radikale. Dies sind winzige Killer, geladene Teilchen, die gerne mit Zellen reagieren und diese dabei schädigen. Diese Teilchen entstehen bei der Nutzung von Sauerstoff im Körper. In der Schule haben wir gelernt, dass 4 Wasserstoffatome mit 2 Sauerstoffatomen reagieren und dabei Wasser entsteht. Dies nannte mein Chemielehrer Knallgasreaktion. Und er hat es auch gerne demonstriert. Geknallt hat es auf jeden Fall. Was wir im Unterricht nicht gesehen haben, war dass auch freie Radikale dabei entstehen. Das sind geladene Wasserstoff und Sauerstoffatome, die anderen Atomen ihre Elektronen entreißen. Stellen Sie sich vor, die anderen Zellen wären Geschäfte und die Elektronen wären Fernseher. Und jetzt kommen die freien Radikale der Pegida Demonstration die Strasse herunter. So wie dieses Geschäft sieht dann Ihre Zelle aus. Wie gefährlich diese Reaktion ist, erklärt uns gerne die Autoindustrie. Obwohl sich diese Reaktion geradezu anbietet, um Autos anzutreiben und als Abgas reines Wasser zu schaffen, scheitert diese Idee an der sicheren Aufbewahrung der Grundmaterialien. Die Autos explodieren zu leicht und das führt dazu, dass man sich am Steuer in Richtungen bewegt, die das Navi nicht vorgesehen hatte. Nach oben zum Beispiel. An dieser Stelle sollten Sie sich fragen, ob Sie ab morgen nicht lieber Benzin zu sich nehmen sollten, statt Wasser und Sauerstoff. Denn genau diese Reaktion aus Wasser und Sauerstoff verwenden Sie, um Ihren Körper anzutreiben. Um ein kurzes Beispiel zu bringen, was Radikale anrichten können: Wasserstoffperoxid besteht zum Teil aus freien Sauerstoffradikalen. Und wir alle wissen, was es mit Haaren anrichtet. Naja, fast alle. Oder Sie schneiden einen Apfel auf und warten zwei Tage. Der Sauerstoff der Luft verändert die Zellen des Apfels. Genau das richten Sauerstoffradikale auch im Körper an. Klingt nicht so sexy. Bevor Sie jetzt lieber aufhören zu atmen, es gibt auch eine gute Nachricht: Der Körper hat viele Systeme, sich vor diesen freien Radikalen zu schützen. Lebewesen mit besonders viel Radikalfängern leben besonders lange. Wenn sie gut funktionieren. Beim Down Syndrom funktioniert das Antiradikalsystem nicht. Und die Betroffenen altern schneller und bekommen oft bereits in jungen Jahren eine Alzheimer Demenz. Erniedrigte Aktivität von Radikalfängern spielen auch bei Parkinson eine Rolle.

Wer sich noch nicht vorstellen kann, wie Radikale uns schädigen, stellt sich vor, dass sie direkt neben der DNA entstehen und dort Teile herausreißen. Membranen werden geschädigt, es kommt zur unkontrollierten Zellteilung und Krebs, Proteine werden zerstört und Zelloberflächen beschädigt, so dass die Zelle nicht mehr funktionieren kann. Sichtbare Folgen: Faltige Haut, Venenschwäche, Bluthochdruck, Demenz, Schlaganfälle und Gelenkbeschwerden. Die meisten Radikale werden übrigens durch Stress produziert. Gleichzeitig verbraucht Stress auch Vitamine und andere Schutzstoffe. Und schon der Volksmund weiß, dass Stress einen „alt“ aussehen läßt und man über Nacht graue Haare bekommt. Wie beim Wasserstoffperoxyd.

Was machen wir jetzt dagegen? Immerhin soll es hier darum gehen, uralt zu werden. Die erste Maßnahme besteht immer darin, die Produktion von freien Radikalen zu verhindern. Diese entstehen als Stoffwechselprodukt. Würden wir also unseren Stoffwechsel herunterschrauben, entstehen weniger freie Radikale. Dies ist umso wichtiger, da nur die freien Radikale schädlich sind, die der Körper nicht sofort neutralisieren kann. Wir müssen also gar nicht auf null, sondern nur unter eine kritische Grenze kommen. Die leichteste Methode, den Stoffwechsel zu reduzieren besteht darin, weniger zu essen. Dies scheint ein wesentlicher Faktor der kalorischen Restriktion zu sein. Ich hoffe an dieser Stelle doch sehr, dass jeder hier sofort weiß, was damit gemeint ist. Ansonsten gehen Sie bitte eine Woche zurück. Hop, Hop! Jetzt plötzlich erkennt der ein oder andere ein Muster in diesem Blog, einen roten Faden, einen von langer Hand vorbereiteten Plan: Wir vermeiden freie Radikale um länger zu leben, indem wir unsere Nahrungsaufnahme um 25 % reduzieren, was alleine dafür sorgt, dass wir sehr viel länger leben. Und diese 25% verringern wir, indem wir den unnötigen Zucker in unserer Nahrung weglassen. Happy Hour, drei für einen!

Zum Glück läuft nicht alles darauf hinaus, weniger zu essen. Eines der stärksten Antioxidiantien, also Radikalfänger ist neben dem Vitamin C das weniger bekannte Coenzym Q10. Jetzt fragen Sie sich natürlich, warum dieser Stoff nicht in jedem Kosmetikprodukt drin ist, wenn man damit die Zellalterung aufhalten kann. Na, dann schauen Sie mal auf Ihre Hautcreme drauf. Bei vielen steht das Q10 sogar schon im Namen. Und zwar genau aus dem Grund, weil es den Alterungsprozess aufhalten soll. Wenn Sie mich fragen, sollten sie die Creme lieber essen. Warum sollte man die Gesichtshaut verjüngen und lebenswichtige Organe nicht? Q10 kann aber noch viel mehr. Wir finden eine Abnahme des Q10 mit dem Alter. In den Nieren um die 20%, Muskeln 30% und dem Herzen 60%. Entweder altern wir also, weil wir weniger Q10 haben, oder der Körper produziert im Alter weniger. In beiden Fällen sollten wir uns damti nicht zufrieden geben. Die Q10 Menge eines Organes folgt dem Bedarf. Brauchen wir viel Energie, muss der Körper viel Q10 einlagern und bleibt dadurch jünger. Dies ist einer der vielen Gründe für die lebensverlängernde Wirkung von Sport. Anfang der 90 er Jahre hat Dr. Emile Bliznakov an Mäusen, die sie mit Q10 fütterte eine Erhöhung der Lebensspanne um 50% gefunden. In einer Gruppe von 70 bis 76 jährigen hat man die genetischen Veränderung untersucht, wenn man Q10 gibt. 115 Gene wurden verändert. Alle Zellen ähnelten danach eher jüngeren Zellen. Q10 Produkte werben nicht nur mit Faltenreduktion, Verbesserung des Herz- Kreislaufsystems, Immunsystems, der Muskeln, es reduziert Parkinson und fördert die Fettverbrennung.

Durch Zufall ist Q10 zu spät entdeckt worden, um als Vitamin klassifiziert zu werden. Daher gilt die sehr zurückhaltende Herausgabe von Vitaminen in Deutschland nicht für das Q10 und es kann sogar in wirksamen Dosen erworben werden! Von einem Buch, das ich vor kurzem gelesen habe, wird eine für mich bisher gänzlich neue These zur Vitaminrestriktion vertreten, auf die ich bisher nicht gekommen bin: Wenn die Mindestwerte von Vitaminen erhöht werden würden, die für eine ausgewogene Ernährung gelten, würde man damit die Ansprüche an die Ernährung in Krankenhäusern, Heimen usw. so erhöhen, dass es zu teuer werden würde. Wenn man statt eines besseren Essens Nahrungsergänzung anbieten würde, könnte damit die Behauptung nicht mehr aufrechterhalten werden, dass eine ausgewogene Ernährung alle Vitamine enthalte, die man braucht. Alle Versuche, die unteren Grenzwerte für Vitamine zu erhöhen, wurden daher wieder aufgegeben. Von der Seite hatte ich das bisher noch gar nicht betrachtet.

Üblicherweise bekomme ich an dieser Stelle immer die Frage gestellt, worin Q10 besonders viel enthalten ist. Ich verrate es Ihnen, aber nicht weitersagen: In Q10 Tabletten. Aber Psst! In kleinen Mengen auch in Fleisch, Makrelen, Sardinen, Weizen, Brokkoli, Soja, Spinat, Knoblauch, Walnüsse und Mandeln. Aus der täglichen Praxis kenne ich aber nur einen empfehlenswerten Zusammenhang zwischen Ernährung und einem guten Q10 Spiegel. Das ist die Zeitdauer, die zwischen dem Pflücken und dem Verzehr von Nahrung vergeht. Direkt vom Baum in den Mund! Darauf komme ich, weil alle absoluten Spitzenreiter in den Q10 Spiegeln bei mir sich aus der eigenen Ernte ernähren. Das ist nicht mit Bio zu verwechseln. Bio hat nichts mit dem Alter des Produktes zu tun. Den höchsten Q10 Wert aller Zeiten hat in meiner Praxis ein Professor, der nach Erreichung des Rentenalters einen Obstbauernhof gründete. Jeden Tag ging er über seine Streuobstwiese und genoss dabei das heruntergefallene Obst. Dieser Q10 Wert war unschlagbar. Zumindest bis zum Winter.

Eine Patientin hat einmal das Experiment versucht, den Selenspiegel durch Paranüsse anzuheben, weil sie von Tabletten nichts hielt. Als Mathematikstudentin rechnete sie aus, dass sie am Tag 320 Gramm benötigte. Zwei Monate und sieben Kilo später hat sie das Experiment abgebrochen. Ist halt schwierig, nur mit Ernährung.

Dennoch ist die Makrele immer noch besser, als die Hautcreme mit dem Löffel zu essen. Sonst beschwert sich ihr Mann bei seinen Freunden, dass das Nivea-Joghurt seiner Frau so furchtbar schmeckt.

Also nutzt die Dreierkombination und schreibt mir eine Mail, wenn Ihr Euren hundertsten Geburtstag in der Disko feiert.

Ich komme gerne vorbei.

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