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Vitamin D – Das Sonnenhormon

17. März 2018 | Tags: Artikel und Studien, Orthomolekulare Medizin

Bitte beachten Sie

Ich habe einige außergewöhnliche Behandlungsansätze, die sich nicht in Büchern wiederfinden. Diese sind meist konsequent weitergedachte schulmedizinische Betrachtungsweisen. Um mich und meine Arbeit besser kennenzulernen, stelle ich diese hier dar. Ich diskutiere diese gerne mit Ihnen und stelle etwas pointiert dar, um zum Austausch anzuregen. Dieser Blog ist weder Ausbildung, noch zum Nachahmen gedacht und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Therapie. Aber vielleicht lachen Sie. Und dann vielleicht doch.

Hoch die Hände – Wochenende! 

Zumindest wenn draussen die Sonne scheint. Dann füllt sich der Vitamin D Spiegel wie von alleine auf! So habe ich es im Studium beigebracht bekommen und so erzählen wir Ärzte es immer noch gerne. Wie es wirklich ist, erklärt uns „Medical Myth Buster“ Doc Wassmuth.

Vor einem Jahr habe ich meinen ersten Blogartikel über Vitamin D geschrieben. Ich hatte zwei Leser. Wem dies also bekannt vorkommt, muss einer von beiden sein. Ich habe mich damals auf eine Studie bezogen, die nicht mehr online ist. Macht ja auch keine guten Eindruck.

Wogegen hilft Vitamin D?

Vitamin D beeinflusst sehr viele Vorgänge im Körper. Positive Wirkungen sind bei vielen Erkrankungen beschrieben:

Knochen, Immunsystem, Krebs, Multiple Sklerose, Gewicht, Depressionen und Burnout und viele mehr. Nach vielen Jahren Untersuchungen an Patienten aus Hannover kann ich behaupten, dass es kaum jemanden gibt, der die von der deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Spiegel erreicht. Im Sommer schon eher, da Vitamin D über Sonnenstrahlung gebildet werden kann, aber im Winter ist es immer wieder eine Katastrophe mit einem Tiefpunkt Ende Februar. Ist wohl auch der Grund, warum ich in dieser Jahreszeit gerne davon spreche. Mit der Sonneneinstrahlung ist es in Norddeutschland so eine Sache. Es ist nördlich von München kaum möglich, durch Sonnenstrahlung genug Vitamin D zu bilden, weil die Sonnenstrahlen zu schräg auf die Haut eintreffen und daher zu viel Haut durchdringen müssen. Stellen Sie sich den Unterschied vor, als müssten Sie ein Baguette quer oder längs durchschneiden. Da ist quer der Weg viel länger. Nur um das auszuprobieren, habe ich bei meinem Golftrainer Vitamin D gemessen, da der in Gleidingen den ganzen Tag an der frischen Luft ist. Der Wert ist selbst im August nicht im Normbereich gewesen.

Mein Tipp ist: Lassen Sie den Spiegel messen. Nach vielen Diskussionen macht das sogar jeder Hausarzt mittlerweile. Bringen Sie ihn in den Normbereich und halten Sie ihn da, wozu meist 20000 Einheiten Vitamin D pro Woche ausreichen sollten. Das große Problem mit der Prävention besteht darin, dass sie nichts mehr nützt, wenn wir bereits einen Herzinfarkt oder eine MS haben. Ist wie der Ölstand beim Auto. Hat man genug, kann man einem Motorschaden vorbeugen. Ist der Motor kaputt, kann man Öl drüber laufen lassen. Bringt aber nichts mehr.

Bei den Vitaminen EDAK gilt, dass man sie nicht überdosieren soll (Eselsbrücke: „Gibts bei EDEKA“). Die anderen Vitamine werden bei Überdosierung wieder ausgeschieden, EDA und K sind aber fettlöslich. Daher sollte man hier lieber messen, als auf blauen Dunst etwas einnehmen. Meine Kollegin hat nach einem sehr guten Artikel der hier nachzulesen ist (Neue Vitamin D Erkenntnisse) eine Woche lang sehr viel Vitamin D genommen und schwört, dass sie noch nie so glücklich gewesen ist. Aber wir machen sowas nicht, wir bestimmen schön den Spiegel und rechnen unseren Bedarf lieber aus, hab ich Recht?

Studien zu Vitaminen

Wenn wir Vitamine im Internet googeln finden wir immer zwei Arten von Artikeln. Wir müssen lernen, beide voneinander zu unterscheiden und die Inhalte mit unseren eigenen Erfahrungen abgleichen. Auch müssen wir schauen, ob uns jemand etwas verkaufen möchte. Zwei sehr unterschiedliche Artikel habe ich hier gefunden:

Vitamin D Dieser Artikel entspricht meinen Erfahrungen. Er will wohl nichts verkaufen und führt gute Quellen, die auch nachlesbar sind.

Vitamin D Legende Hier haben wir einen Vertreter der anderen Sorte. Er zeichnet sich dadurch aus, dass die Profession der Autorin nicht erkennbar ist und auch keine Quellen angegeben sind. Naja, bis auf eine Endokrinologin, die meint, man solle da nicht selbst herumpfuschen. Stimmt auch irgendwie. Man merkt, es geht weniger um Infos als Stimmung. Mein Kollege meint, dass einmal im Jahr in der Welt oder im Spiegel solche Artikel von der Pharmaindustrie gekauft werden. Aber um da mitzugehen bin ich noch nicht paranoid genug, schätze ich.

Artikel wie der letzte schließen meist mit der Empfehlung: „Wenn man sich ausreichend ernährt, braucht man keine Vitamine!“, oder wie in diesem Artikel: „Es reicht völlig aus, im Frühjahr und Sommer mit nackten Armen in die Sonne zu gehen. Die Sonne des Sommers bringt den Körper durch den Winter!“

Die Unterarme also schön in die Sonne halten und gut ist! Und falls Ihnen das zu peinlich ist, erinnern Sie sich an meinen Tipp: Mieten Sie sich jemanden, der mit der Waffe hinter Ihnen hergeht. Dann wundert sich keiner, dass Sie die Hände hochhalten und Sie vermeiden peinliche Fragen.

Also hoch die Hände – Wochenende! Und bis zum nächsten Mal.

 

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