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Burnout macht Spass!

23. März 2019 | Tags: Burnout

Bitte beachten Sie

Ich habe einige außergewöhnliche Behandlungsansätze, die sich nicht in Büchern wiederfinden. Diese sind meist konsequent weitergedachte schulmedizinische Betrachtungsweisen. Um mich und meine Arbeit besser kennenzulernen, stelle ich diese hier dar. Ich diskutiere diese gerne mit Ihnen und stelle etwas pointiert dar, um zum Austausch anzuregen. Dieser Blog ist weder Ausbildung, noch zum Nachahmen gedacht und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Therapie. Aber vielleicht lachen Sie. Und dann vielleicht doch.

Hallo Freunde,

neuerdings bin ich auch auf Instagram zu sehen. Seit es hier zunehmend auch um Inhalte geht, ist es wohl auch für mich geeignet. Ich dachte immer, es geht hier nur darum, seinen Sixpack zu zeigen. Daher wollte ich mit meinem ersten Instagram Post noch warten, bis ich 5 Kilo abgenommen habe. Leider fehlen mir dazu noch sieben Kilo. Also muss ich wohl bei Inhalten bleiben.

Gehen wir doch mal zusammen in ein Beratungsgespräch, das in dieser Form drei Mal genau so stattfand in der letzten Woche:

„Sie wollen jetzt bestimmt wissen, warum ich hier bin. Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Ich habe erst an Burnout gedacht, weil ich mich so schlecht konzentrieren kann und dieses Pfeifen auf dem Ohr hab. Ich bin auch schnell auf 180, meine Mitarbeiter kennen das schon. Aber mein Hausarzt sagt, ich wäre ja nicht ausgebrannt, sondern hätte viel zu viel Energie. Ich kommt vor Energie nachts nicht zur Ruhe, weil ich über 100 Themen nachdenke und auch vieles gleich umsetze. Außerdem bin ich von meiner Arbeit begeistert. Meine Stimmung ist großartig, ich kann es morgens kaum erwarten, mich in die Arbeit zu stürzen. Ich bewege viel, habe tolle Ideen. Und bin auch sehr erfolgreich. Ich habe schon an eine Nervenkrankheit gedacht, weil mein linkes Auge so zuckt. Ich bin auch ständig erkältet. Meine Mitarbeiter haben es da gut, die legen sich vier Wochen ins Bett, kurieren sich aus und bekommen das schön von mir bezahlt. Was glauben Sie, wer mich bezahlt, wenn ich vier Wochen im Bett liege? Keiner! Als mein Hausarzt alle Geräte an mir durch hatte, schickte er mich hier her. Dabei habe ich heute schon genug zu tun. Für ständige Arzttermine habe ich eigentlich gar keine Zeit!“

Burnout macht Spass

Das klassische Zusammenbrechen, so dass gar nichts mehr geht ist nur das Endstadium eines Burnouts. Vorher haben wir jede Menge anderer Phasen. Wenn jemand das Gaspedal seines Autos bis zum Anschlag durchdrückt hat er auch jede Menge Spass, bevor der Motor explodiert.  Unser Körper kratzt alle Energien zusammen. Weil er glaubt, dass es um Leben und Tod geht. Oder um Emails. Bis er das aber richtig begriffen hat, könnten nach Darwin noch 1,5 Millionen Jahre vergehen. Warten Sie nicht drauf.

Wie fühlt sich denn zusätzliche Energie an? Voller Tank, wie gedopt und unter Ecstasy in den Tag starten?  Richtig was wegarbeiten, dabei Erfolg haben und Geld verdienen? Warum sollte man in diesem Stadium depressiv sein? Leider haben diese Stresshormone eine lange Halbwertszeit und verschwinden nicht alle um 22:30, wenn das Licht ausgeht. Man könnte sie durch Joggen verbrennen, aber wer macht das schon? Ebenfalls können wir unter Hektik nicht richtig nachdenken, das Immunsystem leidet, weil es durch Cortison unterdrückt wird. Alle Vitaminspeicher werden gleichzeitig geleert, denn irgendwo muss die Energie ja herkommen. Eine Ecstasy Pille hat genauso wenig Kalorien, wie fünf Espresso. Ohne Vitamine bricht irgendwann das ganze System zusammen, inklusive aller Organe und dann! haben wir unseren Zusammenbruch. Die Klientin von eben hatte nur einen guten Hausarzt, der sie vorbei geschickt hat, bevor es so weit war.

Der Prophylaxe Psychiater

Es ist so viel leichter, psychische Erkrankungen zu behandeln, wenn sie noch nicht so weit fortgeschritten sind. Irgendwann wird es wie beim Zahnarzt Pflicht sein, alle halbe Jahr beim Psychiater zur Prophylaxe nachzusehen. Im Gegensatz zum einem kaputten Zahn ist es schwerer, das Gehirn zu überkronen.

Erinnern Sie sich daran, wie es ist, morgens um acht aus der Markthalle zu kommen, nachdem man lange in der Disko war. Super gut gelaunt, aber geistig völlig gaga. Schlafen geht nicht, man ist total aufgekratzt. Wach sein geht auch nicht richtig. Das ist Burnout. Nur temporär, zum Glück. Machen Sie das eine Woche lang und wir reden über temporär.

Zusammenfassung

Burnout muss sich nicht schlecht anfühlen. Meist macht es sogar sehr viel Spass. Das Stresshormon nimmt uns auch die Schmerzen, daher merken wir gar nicht, wie es uns geht. Wenn Sie sich also wundern, warum es ihnen so blendend geht, obwohl sie Tag und Nacht arbeiten, wissen Sie jetzt Bescheid. Manche sagen in diesem Stadium auch: „Urlaub bekommt mir nicht, da breche ich immer zusammen!“ Immunsystem funktioniert wieder und wir bemerken unsere Schmerzen wieder. Davon stand natürlich nichts im Reisekatalog.

 

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