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„Wo bist Du? Im Augenblick? Wo liegt das denn?“

27. März 2017 | Tags: Golf

Bitte beachten Sie

Ich habe einige außergewöhnliche Behandlungsansätze, die sich nicht in Büchern wiederfinden. Diese sind meist konsequent weitergedachte schulmedizinische Betrachtungsweisen. Um mich und meine Arbeit besser kennenzulernen, stelle ich diese hier dar. Ich diskutiere diese gerne mit Ihnen und stelle etwas pointiert dar, um zum Austausch anzuregen. Dieser Blog ist weder Ausbildung, noch zum Nachahmen gedacht und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Therapie. Aber vielleicht lachen Sie. Und dann vielleicht doch.

Erster Blog aus dem Urlaub. Mit dem Smartphone. Naja, mal sehen.

Im Moment ist Awareness der letzte Schrei. Achtsamkeit, im hier und jetzt sein, im Moment leben. Super. Wo war das doch gleich? Warum machen wir es nicht mal anschaulich wissenschaftlich. So wie ich es mag, so wenig esoterisch wie möglich:

Ein Fernseher stellt 25 Bilder pro Sekunde dar, mehr kann das Auge nicht verarbeiten. Alle 40 ms ein Bild. Das ist nicht so viel, wie man denkt. Von Olympia wissen wir, dass viel weniger entscheidend für Gold oder Silber sind. Wenn wir einen Elfmeter schiessen, oder einen Golfschwung machen, ist das nur ein Bruchteil einer Sekunde. Es dauert nur eine Zehntelsekunde, bis der Fuss von hinten bis zum Ball oder der Schläger von oben nach unten geht. Wir können im besten Fall in dieser Zeit also 4 Bilder wahrnehmen. Oben, unten und maximal 2 dazwischen. Diese können wir verwenden, um den Schuss zu überprüfen oder zu korrigieren. Wenn wir nun aber nicht zu 100 % bei der Sache sind, sondern zu 20 Prozent in der Vergangenheit, 20 Prozent in der Zukunft und 10 Prozent bei den Zuschauern, dann haben wir nur noch 50% Prozent und damit 2 Bilder übrig. Oben und hinter dem Ball hersehend. Alles dazwischen ist Glück. Deswegen muss es so still sein, wenn Tiger Woods abschlägt. Er ist mit den Gedanken sofort bei dem Geräusch und nicht mehr beim Schlag. Und der geht daneben.

Sind wir also nicht abgelenkt, leben wir in jeder Sekunde doppelt so viel! Wir bekommen jeden Moment doppelt so viel mit, nicht nur im Sport. Das ist das Geheimnis des Augenblicks. Deswegen halte ich einen Mentalcoach für Sportler so wichtig, weil man mit dem den Kopf frei bekommen sollte. Wenn der noch Therapeut ist, kann er auch die Gespenster der Vergangenheit loswerden, die im schlechtesten Moment durch den Kopf schiessen. Und wer seinen Kopf nicht beherrscht, bekommt diese Gedanken nicht wieder los. Der Gedanke an das verschossene Tor oder den letzten Dreiputt kann und stundenlang ablenken. Und das führt zu Niederlagenserien. Immer gleich mehrere schlechte Löcher gleichzeitig.

Daher sollte ich morgen darüber schreiben, wie wir lernen, unseren Kopf zu beherrschen.

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