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Schwanger werden ohne künstliche Befruchtung – ein Mythos?

13. September 2017 | Tags: Orthomolekulare Medizin, Therapie

Bitte beachten Sie

Ich habe einige außergewöhnliche Behandlungsansätze, die sich nicht in Büchern wiederfinden. Diese sind meist konsequent weitergedachte schulmedizinische Betrachtungsweisen. Um mich und meine Arbeit besser kennenzulernen, stelle ich diese hier dar. Ich diskutiere diese gerne mit Ihnen und stelle etwas pointiert dar, um zum Austausch anzuregen. Dieser Blog ist weder Ausbildung, noch zum Nachahmen gedacht und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Therapie. Aber vielleicht lachen Sie. Und dann vielleicht doch.

Wenn ich meinen Patienten glauben kann, dann scheint es völlig unmöglich zu sein, auf natürliche Art und Weise schwanger werden zu können. Die Wahrscheinlichkeit scheint genau so groß zu sein, wie im Urlaub den Mann oder die Frau seiner Träume zu treffen. Jeder kennt jemanden, der schwört, von einer vertrauenswürdigen Person erzählt bekommen zu haben, dass sie jemanden kennt, dem genau das passiert ist. Garantiert. Nur bei einem selbst sieht das schon wieder ganz anders aus.

Sind die gleichen Frauen und Männer, die „früher“ ganz andere Probleme gehabt haben. Während es das Drama der 30er ist, nicht schwanger zu werden und es uns an den Rand der Verzweiflung bringt, ist es in den 20ern genau das Gegenteil. Alle werden schwanger und keiner will es. Da ist die Antwort schnell gefunden. Es ist das Alter! Wir sind zwischen 30 und 40 einfach zu alt, um noch Eltern werden zu können. Dafür haben wir das Geld, um Kliniken zu bezahlen, uns dabei zu helfen. Tun die auch. Vielleicht. Sicher ist nur, dass wir bezahlen. Und das nicht zu knapp.

Jetzt kennen mich die ein oder anderen schon ein bisschen. Ich frage da mal gern nach. Was ist denn das, alt zu sein? Weiß schon kaum noch einer eine Antwort. Gebrechlich, höre ich da. Aber nicht gerne. Jetzt mal ehrlich, gebrechlich? Gut, der Rücken, da will ich mal nichts sagen. Die Augen sind auch so ein Thema. Aber gebrechlich? Das einzige, was sich im Körper wirklich mit den Jahren verändert, sind die Hormone. Mit der Pubertät werden die angeworfen und irgendwann dreht einer den Hahn auch wieder zu. Und nicht nur den Hahn, Prostata ist auch so ein Thema. Was wir dann sehen, sind die Auswirkungen: Bei Männern kommt ein dicker Bauch, den es vorher noch nie gegeben hat. Das Bauchfett produziert auch Hormone, leider keine guten. Osteoporose lässt die Knochen zusammensacken und schon sehen wir aus, wie unser Opa. Bei Frauen, naja. Die bleiben natürlich attraktiv wie immer. Da ändert sich nichts.

Altersichtigkeit hat halt auch so seine Vorteile. Sieht man keine Falte. Gehen wir zur Abwechslung mal ins Detail. Mein Lieblingshormon heißt DHEA. Ist ein Gegenspieler zum Stresshormon. Leider verschwindet es ab dem 25. Lebensjahr jedes Jahr um einige Prozente. Wegen DHEA konnte ich mit 25 noch 36 Stunden Nachtdienst machen. War mir völlig egal. Mit Mitte 40 ist alles nach 23 Uhr grenzwertig. Klar kann ich Nachtdienste machen. Wenn ich danach ein Sauerstoffzelt und eine Woche Strandurlaub bekomme. Jetzt ist genau dieses Hormon der Ausgangspunkt für unsere Geschlechtshormone. Die werden in gleichem Maße weniger, mit den beschriebenen Veränderungen der Figur, aber auch der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit. Hormonmangel ist schlecht fürs schwanger werden. Deswegen die Hormontherapien. Völlig unterschätzt ist jedoch, dass wir durch unsere Arbeit, aber noch mehr durch Medienkonsum und Regenerationsmangel in eine chronische Stressbelastung kommen. Aus der Erfahrung wissen wir das. Erfolgreiche Männer und Frauen haben es offensichtlich schwerer mit dem Kinderkriegen, als Menschen im gleichen Alter, die ihre Zeit damit verbringen, inhaltlich an der Produktion von TV Formaten bei RTL2 mitzuwirken. Bei Menschen mit sehr viel Zeit scheint es sehr viel weniger ein Problem zu sein. Weiß jeder, aber wer hat sich über die Zusammenhänge Gedanken gemacht?

Schauen wir uns die Hormonproduktion in unserem Körper einmal genau an. Unser Stresshormon Cortison kommt nicht aus der Nahrung, sondern muss erst vom Körper hergestellt werden. Ist nicht ganz einfach und geht auch nicht schnell. Über Zwischenschritte wird es aus Progesteron gewonnen. Dieses kommt aus Pregnenolon und aus diesem Stoff kommt auch unser DHEA und alle Sexualhormone. Nur am Rande weise ich darauf hin, dass dieses sehr wichtige Hormon aus Cholesterin gewonnen wird. Denken Sie daran, curvy ist sexy. Wenn ich also ständig Stresshormone brauche, werden die aus Progesteron und Pregnenolon hergestellt. Daraus können dann aber keine Sexualhormone mehr gebildet werden. Und Sie wunderten sich immer, warum Sie bei Stress keinen Bock auf Sex hatten und der Zyklus so unregelmäßig war. Wissen Sie doch alles aus Erfahrung. Ist ganz schlecht fürs schwanger werden. Und leider nicht nur das. Die Kraft, die uns das Stresshormon „leiht“, kommt durch den Verbrauch von wichtigen Körperbestandteilen, die auch für eine Schwangerschaft wichtig sind. Diese Vitamine und Mineralien brauchen wir, um unsere Mitochondrien zu befeuern. Dies sind die Kraftwerke in jeder einzelnen Zelle. Diese Kraftwerke brauchen viele Vitalstoffe und wenn einer fehlt, bricht die Kette zusammen. Bei Sportlern toleriere ich keine Zahl unter 100 % funktionsfähigen Mitochondrien. Unter 95% wird es schon eng. Frauen, die nicht schwanger werden können, haben oft unter 85% funktionsfähige Mitochondrien. Da arbeiten die Zellen gar nicht mehr richtig. Jetzt können Sie natürlich einwerfen, vielleicht brauchen wir die für Eizellen oder Spermien ja gar nicht? Eine gewöhnliche Körperzelle hat im Durchschnitt 1500 Mitochondrien. Eine Leberzelle als Hochleistungsorgan 5000. Eine Eizelle besitzt 120.000 Mitochondrien, weil sie so ungeheuer viel Energie braucht. Und die sollten funktionieren.

Was glauben Sie, wie sich der Stress einer künstlichen Befruchtung oder ungewollten Kinderlosigkeit auf diese Stressspirale auswirkt? Genauso, wie Sie es immer schon wussten. Je mehr man es will, desto weniger klappt es. Kann jeder Betroffene ein Lied von singen. Mit vielen Strophen. Warum bekommen wir manchmal ein Kind, aber kein zweites? Wie glauben Sie, wirkt sich das erste Kind aus? Verstärkt es unsere Regeneration oder unseren Stresspegel?

Lassen Sie sich messen. Bringen Sie Ihren Körper in Ordnung. Lernen Sie, mit Stress umzugehen. Ihr Kind wird es Ihnen danken. Das Kind übernimmt den Mitochondrienstatus der Mutter zum Zeitpunkt der Empfängnis. Und das sollten keine 85% sein.

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