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Zucker und Salz Teil 3 – Ende der Nahrungsumstellung

14. Januar 2018 | Tags: Artikel und Studien, Orthomolekulare Medizin

Bitte beachten Sie

Ich habe einige außergewöhnliche Behandlungsansätze, die sich nicht in Büchern wiederfinden. Diese sind meist konsequent weitergedachte schulmedizinische Betrachtungsweisen. Um mich und meine Arbeit besser kennenzulernen, stelle ich diese hier dar. Ich diskutiere diese gerne mit Ihnen und stelle etwas pointiert dar, um zum Austausch anzuregen. Dieser Blog ist weder Ausbildung, noch zum Nachahmen gedacht und ersetzt keine ärztliche Beratung oder Therapie. Aber vielleicht lachen Sie. Und dann vielleicht doch.

Showdown an Weihnachten

Die Weihnachtsferien sind zu Ende, der Doc ist wieder zuhause. Zwei Wochen Auszeit vom Regen. Lauschige Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad und dazwischen ein Tannenbaum. Alle sagen, das wäre merkwürdig. Ist doch viel besser, wenn es draussen kalt ist und schön Schnee liegt. Höre ich ständig. Wo seid Ihr denn zuhause? In Hannover waren es 14 Grad und Regen. Da bekommen die Rentiere Schnupfen, das ist alles was passiert. Seit dem 6. Juni hat es 2017 in Hannover keinen regenfreien Tag mehr gehabt. Dann nehme ich doch bitte lieber die geschmückte Palme. Es ist schon beeindruckend, wenn man aus dem Flieger kommt und vor Helligkeit nichts sehen kann. Wenn die Sonne scheint, ist es zehn Mal heller als hier in Hannover. Wenn ich aus der Praxis schaue, ist es draussen auch hell, aber eine Sonnenbrille brauche ich deswegen noch lange nicht. Im Urlaub war das anders. Auf Gran Canaria ist es ohne Sonnenbrille unmöglich. Bei Sonnenlicht und Gesundheit denken alle immer an Vitamin D und Glückshormonbildung. Das stimmt natürlich. Viel wichtiger und weniger bekannt ist die Amygdala! Jaja, die Freundin von Padme im zweiten Star Wars Film, ich weiß. Das Auge hat einen privaten Kanal zur sogenannten Amygdala. Je mehr Licht aufgenommen wird, desto mehr wird der Gashebel für den Körper aufgerissen. Der Hintergrund ist klar. Im Winter haben wir weniger Essen, also müssen wir auch weniger verbrauchen. Führt bei manchen Tieren bis zum Winterschlaf. Das ist nicht nur für Bären so. Auch Meerschweinchen halten Winterschlaf. Meine Nichte Marie hat vier von den Dingern im Winter beerdigt, bis sie das heraus gefunden hat. Wir landen auf der Insel, Gashebel auf, Stimmung da. Geht wirklich fix. Ich möchte das insbesondere zwei Gruppen da draussen ans Herz legen: Zum einen diejenigen, die das Arbeitsleben ausklingen lassen. Hannover ist toll, aber wenn es beruflich nicht mehr nötig ist, hier zu bleiben, sollte man darüber nachdenken. Die zweite Gruppe sind Studenten. Ihr habt über 40 Berufsjahre vor Euch. Seid familiär noch nicht gebunden. Überlegt es Euch. Der Winter tötet. Warum und wie man sich dagegen schützen kann, werde ich in einem extra Blog berichten. Die Gruppe dazwischen, die mit kleinen Kindern: Ihr seid gekniffen!

Bereits zu Beginn der Nahrungsumstellung war klar, dass der Schlussspurt direkt auf Weihnachten fallen würde und daher noch einmal besondere Schwierigkeiten bereit halten würde. Wenn ich auf meine letzten Weihnachtsurlaube blicke, packt mich das kalte Grausen. Drei Tage bei meinen Eltern faul rumgesessen, gegessen und dazwischen genascht. Ruck zuck 3 Kilo mehr auf der Waage. Sagen alle, das geht ja gar nicht in drei Tagen. Ich verrate Euch gerne die Adresse meiner Eltern, dann wollen wir doch mal sehen. Bin ich das ganze Jahr auch nicht mehr losgeworden, ist ja klar. Unterbrochen wurden die Mahlzeiten nur von den traditionellen Wanderungen im hessischen Gebirge oder den Streitigkeiten in der Familie. Es ist eine hessische Tradition, den Weihnachtsbaum erst am 24. ins Wohnzimmer zu holen und dann zu schmücken. Nach althessischer Tradition findet dann der Streit um die Lichterkette statt. Jeder beschuldigt einen anderen, die Lichterkette letztes Jahr nicht ordentlich verpackt zu haben, so dass es „klar“ ist, dass sie nicht mehr zu entwirren ist. Danach folgt das rituelle aus dem Raum stürmen und schmollen. Auf Nachfrage ist „nichts“, wobei „nichts“ bei Nachfrage immer stärker betont wird. Mann, was vermisse ich die Heimat!

Es gibt die Abnehmbakterien, wir haben es schon immer gewusst!

Gestartet bin ich in die Nahrungsumstellung mit 83,5 Kilo, vor den Weihnachtsfeiertagen hatte ich ein Rekordgewicht von 74,9. Ich habe an das Thema Essen schon gar nicht mehr gedacht, da durch die Länge der Umstellung (drei Monate) die Veränderung zur Normalität wurde. Daher habe ich bisher auch nicht mehr davon berichtet. Während die beste Frau von allen den neuen „King“ verschlang, hat der Doc am Stand von Playa del Ingles alles über Darmbakterien gelesen. Genaueres schreibe ich in einem Extraartikel, aber schon mal soviel: Diese Bakterien sind in einer bestimmten Zusammensetzung in unserem Darm. Jeder hat da seinen eigenen Kombinationen und Mischungen. Diese Mischung verändert sich je nach Essensgewohnheit. Wir können einige dieser Bakterien aushungern, andere extra anfüttern, in dem wir ihnen ihre Lieblingsspeise servieren. Überrascht es hier irgendjemanden, dass insbesondere schädliche Darmbakterien besonders gerne Zucker lieben? Diese Bakterien bringen uns dazu, Sie zu füttern. Dies ist eines der Geheimnisse des Jojo- Effektes. Wenn nach drei Wochen Diät die Darmbakterien noch unverändert sind, wollen diese ihre ursprüngliche Form der Ernährung wiederhaben und für schlechte Zeiten schon mal vorsorgen. Da ist unser Jojo! Und als kleiner Spoiler: Natürlich gibt es Bakterien, die viel Kalorien aus dem Essen herausholen und andere, die es eher auf die Vitamine abgesehen haben. Und diese guten Bakterien anzuzüchten ist überhaupt nicht so schwierig. Das haben Sie insgeheim doch immer schon gewusst, oder? Jeder kennt die ein oder andere Person, die einfach essen kann, was sie will und bei uns hüpft der Kuchen direkt vom Teller an die Hüfte. Also demnächst wieder einschalten, Freunde!

Jojo oder nicht?

Die spannende Frage war nun, ob ich trotz Weihnachten und Plätzen und Kuchen auf Linie bleiben kann oder nicht. Fast jeder fragt mich, was ich aus der Nahrungsumstellung in den Alltag hinüber rette. Bleibe ich dabei, oder mache ich alles so wie vorher? Im Urlaub war es schon schwierig, auf Linie zu bleiben: Morgens wurde gemeinsam gefrühstückt und Mittags das chinesische All you can Eat Buffet aufgesucht. Wir haben jeden Abend eher großzügig gegessen. Promt war ich nach drei Tagen bei 76 kg. Ich hatte gehofft, dass ich diese Zahl nie wieder sehen muss. Aber nur nach einem kohlenhydratfreien Tag mit Steak und Salat war ich bei 74,5! Dies war die erstaunlichste Erkenntnis der gesamten Nahrungsumstellung: Tage, an denen man sich nicht an die Regeln hält, helfen dabei, bestimmte Kiloschwellen zu durchbrechen. Als ich trotz heftiger Einschränkungen nicht unter 79 kg kam, habe ich bei meinen Freunden Gunnar und Susi Burger gegessen (Ihr erinnert Euch?). War gleich ein Extrakilo mehr, aber nach zwei Tagen war ich plötzlich unter 79 kg, was vorher nicht klappen sollte. Ist fast so, als würde man den Körper besänftigen und den Hunger- Überlebensmodus erst einmal wieder ausschalten. An alle Selektivleser da draussen: Ein Cheatday, meinetwegen auch zwei hintereinander. Nicht sieben pro Woche.

Grundsatzregeln

Auch in Zukunft werde ich einige Regeln weiterhin beachten:

1. Ich versuche Zucker zu meiden. Die Gründe sind an dieser Stelle hinlänglich bekannt. Nach allen Recherchen hat sich dieser Stoff wirklich als Oberbösewicht herausgestellt.

2. Weißmehl und reine Kohlenhydrate (Kartoffeln, Reis, Nudeln) schränke ich stark ein.

3. Fett schränke ich nicht mehr ein. Was bin ich seit meinen Kindertagen mit Margarine gequält worden, bei jeder Salami bekam man ein schlechtes Gewissen. Fettrand wurde vom Rib Eye abgeschnitten. Eier nur Sonntag. Ihr wisst, was ich meine. Und jetzt? Alles Unsinn. Das ungesunde Fett, das gefährliche Cholesterin, die gesunde Mittelmeerdiät, vielleicht sogar die Geburt der Vegetarier sind einem Mann zu verdanken: Ancel Keys. Lohnt sich bei Wikipedia nachzulesen. Ancel war Wissenschaftler und hatte einen italienischen Kollegen, der behauptete, dass es in Italien kaum Herzinfarkte geben würde. Ancel errichtete in Neapel ein Labor und fand heraus, dass es in Neapel wenig Herzinfarkte gibt und auch einen niedrigen Cholesterinspiegel. Er bereiste andere Länder und fand in Stichproben auch dort Bestätigungen. Den Nobelpreis vor Augen hielt er 1955 der WHO einen Vortrag darüber, dass Herzinfarkte vom Fett herrühren. Leider wollte man dort eine fachgerechte Studie und die konnte Ancel nicht liefern. Ancel fing 1958 in 22 Ländern bei über 12000 Menschen eine Studie an, um die Beweise zu liefern. Aber bereits nach seiner ersten Rede gab der Magarinehersteller Procter und Gamble viel Geld. Diese fingen 1956 damit an, in TV Spots vor Cholesterin zu warnen und dass blieb in den Köpfen hängen. Jetzt ist Ancel etwas sehr Dummes passiert, was aber jedem Forscher passieren kann: Seine These war falsch. Leider wartete die gesamte Welt darauf. Also hat er aus 22 untersuchten Ländern die sieben herausgesucht, bei denen das gewünschte Ergebnis herauskam. Mit allen verfügbaren Daten heißt das Ergebnis: Je mehr tierische Fette in der Ernährung, desto weniger Herzerkrankungen. Erst im Jahre 1997 sagte Ancel in einem Interview: „Es gibt absolut keine Verbindung zwischen Cholesterin in der Nahrung und Cholesterin im Blut. Keine. Und das haben wir schon immer gewusst. Cholesterin in der Nahrung macht überhaupt nichts…“ 

Insgesamt ist mein gesamtes Ernährungsweltbild erschüttert. Viel Obst ist schlecht, fettiges Steak gut. Verstehe einer die Welt.

Freunde ich sage Euch, in fünf Jahren schreibe ich: Bier ist gut, Wasser schlecht und es hagelt Likes! Ich werde eine völlig neue Diät erfinden: Esst was Ihr wollt und wartet ab, bis sich die medizinische Meinung Euch anpasst!

Ist mir leider zu riskant, aber mein Steak schmeckt mir neuerdings etwas besser. Viel Erfolg beim Loswerden der Weihnachtspfunde.

 

 

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